Warum ich aufgehört habe, auf Stammtische zu gehen

Zünftige Stammtische sind kein Auslaufmodell. Interessengemeinschaften leben ihre geselligen Runden für mehr Gemeinschaftsgefühl. Der Autor erklärt, warum er aufgehört hat, auf Stammtische zu gehen.

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Etwas Völlerei ist schön? Ich gebe es zu, ich mag zünftige Abende und dazu etwas Entspannung, aber so läuft ein Stammtischabend in der Regel nicht ab.

  • Auf einem Stammtisch ist wenig persönliche Weiterentwicklung möglich. Hier trifft sich die normale Gesellschaft für Tratsch und Lästerei. Statt etwas vom Abend zu haben, geht man mit neuen Sorgen heim.
  • Am Stammtisch wird man auch einmal selbst Mittelpunkt eines Angriffs und die Sprüche können für Empfindliche deftig sein. Entspannung sieht anders aus, wenn man am Abend nur noch etwas Ruhe will.

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  • Hier sind noch die Leute, die auf dem Boden der Tatsachen geblieben sind – manchmal doch etwas zu viel. Und sie erklären, wie traurig das Leben ist, wie anders die Gesellschaft, und wenn man nicht aufpasst, wird einem klargemacht, dass man im gleichen traurigen Topf sitzt sich nichts anderes einbilden soll. Damit ist alles gesagt. Schnell weg!

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  • Stammtische sind nichts für Introvertiere. Hier muss man lautstark mitziehen können, sonst wirkt man «komisch» und spätestens bei Abwesenheit das Objekt neuer Lästerei. «Der war sowieso immer komisch.» Nichts für Persönlichkeitsentwickler und erst recht nichts für spirituell Angehauchte.
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  • Stammtische haben wenig mit Freizeitentspannung und Genuss zu tun. Entspannung heißt für mich, ich esse in Ruhe und trinke etwas und dann lässt man den Tag gemütlich ausklingen und Genuss heißt für mich, ich koche jeden Tag frisch und lasse mir nichts servieren. Beides findet hier nicht statt. Das Essen ist zu schlecht und teuer für regelmäßige Wiederholungen und die Gemeinschaft zu unruhig, als geistig abschalten zu können. Am nächsten Morgen fühlt man sich wie gerädert.
  • So sterotyptisch wie die Leute, so stereotypisch das Verhalten. Jeder trinkt das Gleiche und jeder isst das Ähnliche, als gäbe es einen unsichtbaren Kodex, bei dessen Verstoß die nächste Diskussion angeleiert wird. Bei Abweichungen der Speisebestellungen gibt es harsche Nachfragen, warum man denn heute etwas anderes trinkt und isst. Entweder mag man es dann, endlos über Nichtigkeiten zu diskutieren, um seine Power zu verschenken, oder man verliert seine Authentizität und verstrickt sich lieber in endlosen Ausreden und Lügen.
  • Wer längere Zeit mit denselben Menschen verbringt, wird ihre Ansichten und Meinungen teilen. Er wird leichter beeinflussbar, denn alles andere hieße, ständige Konfliktgespräche zu führen und keine Entspannung mehr zu haben.

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  • Hier sitzt der interne Kern eines ernstzunehmenden Hobbys. Der Lebensinhalt dieses Kerns ist auf die Stammtischgemeinschaft reduziert. Mit einem Zweit-, Dritt-, und Vierthobby daneben wird es schwer, denn Stammtische erfolgen in regelmäßigen Abständen und die Kontakte werden manchmal täglich weitergepflegt, um sein intensives Hobby weiter zu besprechen und sich zu regelmäßigen Terminen zu treffen. Nichts für Menschen, die noch andere Pläne haben.