Autor: Jenni Mitkovic


Du befindest Dich gerade in Coronavirus-Quarantäne? Nutze die Zeit, um Deine Rechtschreibung zu verbessern oder bessere Aufsätze zu schreiben! Als Corona-Spezial bekommst Du vom Autor professionelle Geheimtipps, wie man noch bessere Texte schreibt, damit Du nach Deinem Quarantäneaufenthalt garantiert eine bessere Note bekommst.

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Schreiben ist einfach, wenn du übst! Befolge diese Tipps, um Deine Deutschnoten zu verbessern:

  • Schreibe kurze Sätze! Wer lange Sätze schreibt, läuft Gefahr, mehr Fehler zu machen. Der Leser Deines Textes möchte schnell informiert werden und beim Lesen nicht einschlafen!
  • Lese Dir Deinen fertigen Aufsatz durch und streiche aus jedem Satz unnötige Füllwörter. Worte wie „eigentlich“ und „echt“ sind nichtssagend und mindern die Qualität Deines Textes. Sehr häufig kann man diese Worte weglassen.
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  • Vermeide es, eine persönliche Meinung in Deine Texte einzubringen. „Ich glaube“ oder „ich denke“, sind subjektive Bewertungen und verschlechtern einen guten Text. Hochwertige Texte sind frei davon. Halte Dich stattdessen an fundierte Fakten, die Du beweisen kannst, weil Du ausgiebig recherchiert hast.
  • Vermeide Phrasen wie: „Wir sollten kleinere Brötchen backen!“ Gute Texte beinhalten keine Phrasen mehr, sondern basieren auf eigenen Ideen und kopieren nichts.
  • Finde für englische Worte immer deutsche Alternativen, dadurch klingt Dein Text besser. Vergesse den Bindestrich nicht, wenn Du ein deutsches mit einem englischen Wort kombinierst! Auch kombinierte Worte, in denen Eigennamen vorkommen, werden mit Bindestrich geschrieben. „COVID-19-Quarantäne“ und „Coronavirus-Outbreak“ sind zwei Beispiele dafür.

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  • Jedes Argument, das Du schreibst, muss belegbar sein und sollte mit einem Beispiel unterstrichen werden. Nicht nur, dass Du dadurch glaubwürdiger wirst, sondern auch Deine Schreibqualität steigerst!
  • Vermeide umgangssprachliche Abkürzungen wie „mal“ und schreibe stattdessen „einmal“ aus! Es klingt ordentlicher, wenn du anstatt „nochmal“ die ausgeschriebene Form „noch einmal“ verwendest. Gewöhne dir an, Abkürzungen zu vermeiden und alles auszuschreiben.
  • Schreibe häufiger mit der Hand als mit der PC-Tastatur, denn das, was wir mit der Hand notieren, bleibt besser im Gedächtnis haften!
  • Überprüfe Deinen Texte erneut! Hast du Wiederholungen in der Wortwahl? Streiche diese!
  • Lege den Text mindestens einen Tag zur Ruhe, bevor Du ihn abgibst! Überprüfe den Text am nächsten Tag erneut, denn Du wirst mit Sicherheit weitere Korrekturen vornehmen können, um Deinem Text den letzten Schliff zu geben!
  • Nehme Dir jeden Morgen vor, eine halbe Stunde zu lesen, denn dadurch bekommst Du ein besseres Sprach- und Schreibgefühl. Lautes Vorlesen hilft Dir außerdem, bessere Vorträge zu halten!

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  • Fange ab heute an, Tagebuch zu schreiben! Wenn Du jeden Tag einen kleinen Text schreibst, bekommst Du ein besseres Gefühl für einen flüssigen Schreibfluss und kannst Deine Gedanken zügiger ordnen.

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Schreiben ist eine kreative Tätigkeit, die viel Übung erfordert. Nur durch tägliche Übung verbesserst Du Dich! Wenn Du heute beginnst, siehst Du in wenigen Wochen große Resultate. Jeder Übungstag macht dich stärker!


Autor: Jenni Mitkovic


Der autarke Autor dieser Geschichte schildert im humorvollen Endzeit-Stil, was ihm während des Coronavirus im Jahre 2020 passiert. Ein Echtzeit-Bericht.

Ein weiterer Tag, im März des Jahres 2020, bricht an, an dem das Coronavirus seinen Angriff auf die gesamte Menschheit nimmt und noch nicht einmal seinen Höhepunkt erreicht hat. Zombies sitzen allmählich in Quarantäne und die ganze Welt spürt, dass es ihr allmählich an die Substanz geht. Der gewöhnliche Mensch wird zum Diener seines Meisters, der sich ab nun Supermarkt nennt, und jeder hängt an ihm wie ein Überlebender am Tropf dieses neuen Gottes. Wer reißt wem die letzten Lebensmitteldosen und Desinfektionsmittel aus der Hand und wie umgeht man Infizierte auf der Straße, auf dem Weg zum heiligen Tempel der Nahrungsmittel?

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Der Tag geht auf, die frische Luft hat einen Frühlingsnebelhauch. War ich doch immer jemand, der sagte, den meisten Respekt müsse man denen entgegenbringen, die im Supermarkt arbeiten; an der Kasse oder als Verkäufer; oder als Friseur oder als Hausfrau, denn diese brauchen wir jeden Tag und jede Nacht – ohne sie würde nichts gehen. Für diese Aussage wurde ich regelrecht verhöhnt bis auf das Letzte. Macht nichts … Heute zählt nichts mehr davon, was ich jemals sagte. Heute ist heute und gestern war gestern. Alles hat sich schließlich seit einer Woche grundlegend geändert – die Welt ist eine neue. Ich solle aus dem Weg gehen, was zähle schon mein Geschwätz? Jetzt müssen neue Wege zur Lebensmittelverteidigung gefunden werden! Die Katastrophe hat noch nicht einmal richtig begonnen und alle Desinfektionsvorräte sind bis zum letzten Tropfen aufgebraucht. Aus anderen Tätigkeitsfeldern weiß ich, dass Leute, die auf Friseure schimpfen, alle drei Wochen zum Friseur gehen, um sich die Dauerwelle legen zu lassen. Seitdem arbeite ich nicht mehr im Kundenbereich.

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Ich war erst dreimal in meinem Leben beim Friseur: Einmal als Kind – als mir der junge Friseur mit der Schere in den Hals schnitt – und zweimal als erwachsener Mensch. Für mich müsste es also keine Friseure geben, aber ich verstehe die Notwendigkeit mancher Leute dafür.


Zur Anmerkung erwähne ich, dass ich in keinem dieser genannten Berufe je gearbeitet habe und ich keinen kenne, der in diesen Berufen arbeitet. Ich habe also niemanden aufgrund persönlicher Umstände zu verteidigen! Einmal mehr fällt mir auf, dass ich meine eigene spirituelle Energie bündeln muss, weil mich jedes Menschengespräch erschöpft, anstatt erqickt, und ich mit allem, was Menschen sagen, nichts anfangen kann. Und selbst als regelmäßig Meditierender ist die Lage für mich anstrengend genug, weil die Leute anstrengend sind. Überall herrscht Geschrei und Hysterie, selbst einem Genie gehen da die Lämpchen aus. Eine Unerträglichkeit stellt sich ein, wenn ich zufälligerweise doch in Kontakt mit normalen Leuten trete. Alles geht um das liebe Geld, um Geschäfte, um neue Sorgen, um Krankheiten, um Ängste – um Zukunftsängste. Wäre da nicht auch noch die Paradoxie, der sich Menschen in jedem zweiten ihrer Sätze bedienen.

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Die Prügel um die Doppel-Ds gehen weiter: Dosen und Desinfektionsmittel. Als Selbstversorger war es mir immer egal gewesen, wer arbeitet und wer nicht, weil ich von niemandem emotional abhängig bin, und weil ich niemals deswegen arbeiten gehen würde, um Toilettenpapier zu kaufen oder Leitungswasser, das in Flaschen abgefüllt ist. Dafür würde ich mich nicht jeden Tag in einen Job stellen, der mir nicht gefällt, um einer Tätigkeit nachzugehen, die mich depressiv macht, um meine eigenen Süchte zu befriedigen und dabei wiederum anderen zur Last zu fallen.

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Das Geklapper geht weiter. Oh Selbstversorgerleben! Oh Zuflucht! Ich kann in der Zivilsation nicht überleben! Sklavengeister rennen, reiben, klappern und schmeißen mit Seife um sich. Die Geister spuken und ich höre weite Sorgenklagen. Sie reden von Krankheiten, von Schmerzen und von Geschäften. Sie sollen von mir aus gegen eine Lampe reden und sich von Licht bestrahlen lassen – am anderen Ende wartet dennoch Finsternis. Weiß ich auch, würde jeder so denken wie ich, würde morgen jede Industrie zergehen und vergehen – außer vielleicht die Chiliindustrie.

Würde ich hamstern, wie es dieser Tage normal ist, würde ich mir eine Palette Chili kaufen, dann hätte man wenigstens ein paar Glückshormone im Glas und die kuschelige Wärme davon ersetze die Heizung, den Lip Booster, die Darmspiegelung und das Desinfektionsmittel von innen. Leider ist es dafür jetzt zu spät. Erstens mag ich nicht mehr nach draußen gehen, weil ich keinem Infizierten begegnen möchte und ich ihm keinen halbfertigen Endzeit-Song auf der Gitarre vorleiern möchte, um zum heiligen Gral der Nahrungsmittel zu gelangen (dafür habe ich jetzt wirklich keine Zeit), und zweitens würde ich in den Supermarkt gehen, würde man mich schelten, warum ich so viel Chili bräuchte.

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Ja, ich bin schon ein komischer Exzentriker. Alles dreht sich um mich und meine Andersartgkeit. So sagte man es mir immer. Bin ich ein großer Egoist, bin ich damit vielleicht doch der größte Menschenfreund, denn ich lebe in Harmonie mit mir und ich zähle die Chilischoten. Eine Rote. Eine Grüne. Eine Schote ins Thunfisch-Wrap, eine in das Chili Con Carne, einen Chili-Drink und einen Tee mit Chili. Dieser Akt gleicht einer geistigen Jungfräulichkeit, die ich nicht habe. Das Leben könnte so harmonisch sein, gäbe es da die anderen nicht. Ich bin in vollständiger Harmonie und eins mit dem Universum. Der Gott der Schärfe steht mir zur Seite und nichts kann meine Ruhe stören. Manchmal sitze ich in der Küche und schaue aus dem Fenster in die Hügel oder ich stehe am Fenster und schaue auf die Stadt. Der Horizont dahinter ist dieser Tage sanfte Zuckerwatte und dann geht plötzlich die vibrierende Sonne auf – ein rotes Feuerauge erwacht. Die Dosen sind allerorts aufgereiht.

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Der Autor lebt seit einigen Jahren autark, fordert sich körperlich und geistig ständig neu heraus, und lebt in den Hügeln Süddeutschlands. Seine Biografie zeigt einige Hürden, die er dafür in Kauf nahm. Toilettenpapier benutzt der Autor übrigens seit Anfang 2019 nicht mehr. Eine zufällige Vorausahnung auf die Ereignisse des neuen Jahrzehnts?


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